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„Utopien für Realisten“ – Rutger Bregmann

Heute möchte ich euch ein besonderes Buch vorstellen. Durch dieses Buch habe ich mich zum ersten Mal mit dem Thema „Utopien“ beschäftigt. Auf das Buch bin ich durch den Podcast „Gemischtes Hack“ aufmerksam geworden.

In dem Buch legt Rutger Bregmann verschiedene Utopien dar. Es geht dabei zum Beispiel um das bedingungslose Grundeinkommen und die 15-Stunden-Woche. Interessant ist dabei, dass viele der dargestellten Utopien schon einmal als Experiment durchgeführt wurden. Diese Versuche werden von ihm beispielhaft erwähnt und machen das komplexe Themenfeld leicht verständlich. Was mich persönlich dabei so gefesselt hat ist, dass die Experimente meist positiv verlaufen sind, was bei mir die Frage aufwirft, wieso sie nicht zur Realität werden. Das Buch ist sehr auf die wirtschaftlichen Aspekte bezogen. Durch den kritischen Blick des Autors wirkt das Buch sehr wachrüttelnd und regt zur einer eigenen intensiven Auseinandersetzung mit den dargestellten Utopien an.

Bregmann erklärt, dass der historische Fortschritt oftmals auf utopischen Ideen basiert. Es wurden früher also höhere Ideen gesetzt, die zuerst total absurd klangen. Das Problem der heutigen Gesellschaft ist es, laut Bergmann, dass wir uns nichts besseres mehr vorstellen können. Uns geht es gut. Im Vergleich zu früher können wir Krankheiten heilen und somit die Gesundheit sichern. Wenn man die Welt aus der Perspektive von früher betrachtet, leben wir jetzt in dem Schlaraffenland, welches damals als Utopie betrachtet wurde.

„Das Land des Überflusses ist in Nebel gehüllt. Just in dem Moment in dem wir uns der historischen Aufgabe stellen sollen, diese reiche, sichere und gesunde Welt mit Sinn zu erfüllen, beerdigten wir stattdessen die Utopie. Und wir haben keinen neuen Traum, dich den wir sie ersetzen könnten, weil wir uns keine bessere Welt als die vorstellen können, in der wir heute leben.“ -Rutger Bregmann (S.18)

Deutlich wird sein Aspekt, dass wir uns nichts besseres mehr vorstellen können. Außerdem erklärt er, dass die Utopien viel mehr über die Zeit verraten, in der sie entstanden sind als über das, was uns in Zukunft erwartet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch viele Utopien anschaulich darstellt und man einen sehr guten Überblick bekommt. Die Lesenden werden motiviert und das Buch zieht einen schnell in seinen Bann. Die Sprache ist sehr wissenschaftlich, sodass man manche Sätze öfter lesen muss. Jedoch ist es ein sehr fesselndes Buch, welches eine ansprechende Thematik für Interessierte hat. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, vor allem für Menschen, die sich in das Thema einlesen wollen und einen ersten Kontakt zu „Utopien“ bekommen möchten.

2 Antworten auf „„Utopien für Realisten“ – Rutger Bregmann“

Hallo Amelie!

Ich fand das Buch auch sehr inspirierend, als ich vor kurzen eine Erzählung zum Thema Dystopie/Utopie geschrieben habe. Mir wurde durch die Auseinandersetzung damit so richtig bewusst, dass aus einer Investition in das Grundeinkommen so vieles entstehen könnte! Es würde nämlich sehr vielen Menschen die größte Last überhaupt nehmen: Die Unsicherheit.
Diese diffuse Angst prägt nämlich die Kinder, die in dieser Zeit aufwachsen…nicht nur wegen Corona, auch die Wirtschaft ist ja eigentlich schon seit Jahrzehnten am Kippen. Und bei all dem dennoch Perspektiven in der Zukunft zu sehen und überhaupt das Träumen zuzulassen, ist echt nicht leicht.
Wofür denn lernen, wenn man nicht studieren kann? Wenn womöglich später kein Job mehr dafür vorhanden ist? Wenn so vieles am Geld hängt? Wie kann man denn so wirklich sein volles Potential entfalten? Wie kann man kreativ seine Talente nutzen, wenn diese kein Geld einbringen, mit dem man überleben kann?
Ich erkenne auch erst jetzt so viele Zusammenhänge und wie all das Leid aus Armut erwächst und sich fortpflanzt, zusammen läuft…und irgendwie jedes Mal beim Grundeinkommen als mögliche Lösung endet.

„Die Sprache ist sehr wissenschaftlich, sodass man manche Sätze öfter lesen muss.“
Ja, das stimmt…und gerade das finde ich so unglaublich schade an diesen Büchern! So wunderbar und wichtig sie sind, man erreicht und motiviert so leider nicht die, denen dieses Wissen gut tun würde. Am Ende muss man sich schon selbst damit beschäftigen und es wirklich durcharbeiten wollen…

Ich glaube daher ist eine der wichtigsten Fragen zum Thema Utopie, die ich mir stelle, jene: Wie erreicht man denn als Autor gerade diese Menschen? Wie schafft man es, sie auf einer Ebene zu erreichen, die sie verstehen und bei der sie sich auch verstanden fühlen? Diese „Hürde“ zu überwinden halte ich für den schwierigsten Schritt auf dem Weg zu einer Utopie… Doch wäre sie erst einmal überwunden, so dürfte das auch den „Menschen an den Hebeln“ nicht entgehen…

Liebe Grüße
Journey

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Hallo Journey,

Ja da stimme ich dir zu. Das Beispiel des Grundeinkommens war für mich persönlich das Interessanteste in dem Buch. Vor allem weil man gemerkt hat, dass es funktionieren kann. Wo ich mir dann wirklich die Frage stelle, wieso es nicht umgesetzt wird..

Ja, da hast du vollkommen recht. Meiner Meinung nach ist dies aber auch ein generelles Problem von wissenschaftlichen Lektüren, dass diese oft nicht verständlich geschrieben sind. Damit erreicht man oft nur einen Bruchteil der Interessierten und besonders nur die, die sich wirklich damit auseinander setzen wollen. Vielen wird dadurch die Thematik in gewisser Weise vorenthalten und dadurch können sich einige Menschen nicht weiterbilden.. Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Punkt den du ansprichst, dass die Literatur für alle Menschen verständlich und zugänglich sein sollte, damit man mehr Menschen erreichen kann und besonders diejenigen die wichtig für die Thematik sind.

Liebe Grüße,
Amelie

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